AG Sozialepidemiologie 
 
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Newsblog

Aktuelles und Interessantes, aus Sicht der Sozialepidemiologie


Workshop der AG Sozialepidemiologie
"Gesundheitliche Ungleichheit im Lebensverlauf"

Workshop 2016 II

Am 23. November hat die AG Sozialepidemiologie gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut einen Workshop zum Thema „Gesundheitliche Ungleichheit im Lebensverlauf“ durchgeführt. Der Workshop fand im Robert Koch-Institut in Berlin statt und zählte mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ausgangs- und Bezugspunkt war die Überlegung, dass die stark ausgeprägten gesundheitlichen Ungleichheiten nur verstanden werden können, wenn zum einen alters- und lebensphasenspezifische Betrachtungen angestellt werden, die verdeutlichen, welche Ursachen und Mechanismen von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter wirken. Zum anderen sind lebensverlaufsbezogene Analysen durchzuführen, die gesundheitlichen Ungleichheiten im mittleren und höheren Lebensalter auf langfristige Einflüsse und die Kumulationen von Risiko- und protektiven Faktoren zurückführen. Als wichtige Ergebnisse der insgesamt elf Beiträge wurde festgehalten:

  1. Es braucht mehr Theoriebildung und eine Präzisierung der forschungsleitenden Fragestellungen und Hypothesen. Dazu könnte eine Zusammenführung der Perspektiven der epidemiologischen, soziologischen und psychologischen Lebensverlaufsforschung nützlich sein.
  2. Eine weitere Verbesserung der Datenlage sollte angestrebt werden. Festzustellen ist aber auch, dass die Analysepotenziale der vorhandenen Daten oftmals nicht ausreichend genutzt werden.
  3. Eine Verständigung über die Methoden und Analyseverfahren würde die Aussagekraft und Vergleichbarkeit der Ergebnisse erhöhen. Dies schließt sowohl Fragen zur Erhebungsmethoden (z.B. prospektive vs. retrospektive Datenerhebung) als auch zu den Analysepotenzialen einzelner Verfahren wie der Sequenzdatenanalyse ein.

Weitere Informationen zum Programm und den Einzelbeiträgen
Auf der Homepage der AG:
http://www.sozial-epidemiologie.de/html/workshops.html

von T. Lampert
23. November 2016


9th European Public Health Conference
"Health for All, All for Health"

Workshop 2016 II

Vom 9. bis 12. November fand in Wien die diesjährige European Public Health Conference mit mehr als 1.800 Teilnehmern aus 78 Ländern statt (rund 90 davon aus Deutschland). Organisiert wurde der Kongress von der European Public Health Conference Foundation, der European Public Health Association (EUPHA) und der Österreichischen Gesellschaft für Public Health. Inhaltlich hatte die Konferenz auch aus Sicht der Sozialepidemiologie viel zu bieten, zum Beispiel eine Pre-Conference mit dem Titel „Addressing health inequities across Europe: from evidence to policy“. Zahlreiche Workshops, Einzelvorträge und Poster setzten sich aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln mit gesundheitlicher Ungleichheit auseinander. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Asylbewerberzahlen und Migrationsbewegungen nach und innerhalb Europas war die gesundheitliche Situation und Versorgung von Flüchtlingen eines der zentralen Themen. Kayvan Bozorgmehr, Mediziner und Gesundheitswissenschaftler von der Universität Heidelberg, wurde für seine Arbeit „Multiple deprivation and distribution of vulnerable asylum-seekers: a small-area analysis in Germany“ gleich doppelt ausgezeichnet. Er erhielt sowohl den Preis für das beste Konferenzabstract als auch den Ferenc Bojan Young Investigator Award. Die AG Sozialepidemiologie gratuliert zu diesem bemerkenswerten Erfolg!

30 Jahre nach Veröffentlichung der Ottawa Charta, dem „Manifest“ der Gesundheitsförderung, wurden deren Prinzipien bekräftigt und erneuert. Das von Martin McKee (Präsident der EUPHA), David Stuckler (EUPHA Policy Pillar Lead), Thomas Dorner (Präsident der ÖGPH und Konferenzpräsident 2016) und Dineke Zeegers Paget (Executive director der EUPHA) vorbereite Papier wurde als „Vienna Declaration“ offiziell verabschiedet.

Wortlaut der Vienna Declaration

Englisch:
https://ephconference.eu/repository/publications/Vienna_Declaration_final_version_update12112016_.pdf

Deutsch:
https://oeph.at/sites/default/public/files/konferenzen/Vienna%20Declaration_Deutsch.pdf

Die nächste European Public Health Conference findet vom 1. bis 4. November 2017 in Stockholm statt:
https://ephconference.eu/repository/conference/2017/Announcement_Stockholm_2017_A-4_def.pdf

von B. Kuntz
15. November 2016


Zukunftsforum Public Health in Deutschland
"Public Health ist die öffentliche Sorge um die Gesundheit aller"

Workshop 2016 II

Am 8. und 9. November 2016 fand in Berlin das erste "Zukunftsforum Public Health in Deutschland" statt. Die Veranstaltung wurde vom Robert Koch-Institut gemeinsam mit wissenschaftlichen Fachgesellschaften, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst und dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband ausgerichtet. Ziel der Veranstaltung war es, durch eine umfassende Bestandsaufnahme der Vielzahl an Aktivitäten und Akteuren von Public Health in Deutschland zur Vernetzung dieser beizutragen und gemeinsame Perspektiven für die Public Health-Forschung und Public Health-Praxis zu entwickeln. Dazu wurde bereits im Vorfeld ein White Paper veröffentlicht, das unter anderem die personelle Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, den Ausbau der Schools of Public Health, die Förderung der Public Health-Forschung und die Bereitstellung verlässlicher Daten und Gesundheitsinformationen als zentrale Herausforderungen für Public Health benennt. Um Public Health in Deutschland weiter voranzubringen wurde von den Teilnehmenden neben einer stärkeren Vernetzung vor allem die Entwicklung einer nationalen Public Health-Strategie als notwendig erachtet. Zur Unterstützung dieses Prozesses soll am Robert Koch-Institut zunächst für zwei Jahre eine Geschäftsstelle eingerichtet werden und in absehbarer Zeit ein zweites Zukunftsforum Public Health in Deutschland stattfinden.

Programm des Zukunftsforums:
http://www.rki.de/DE/Content/Service/Veranstaltungen/zukunftsforum_ph_flyer.pdf

Pressemitteilung des RKI:
http://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2016/15_2016.html

White Paper Public Health in Deutschland:
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0042-116192.pdf

von T. Lampert
10. November 2016


Workshop der AG Sozialepidemiologie
"Herausforderungen und Perspektiven der sozialepidemiologischen Forschung"

m Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinischen Soziologie und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie, die am 28. bis 30. September 2016 in Berlin stattfand, hat die AG Sozialepidemiologie einen Workshop zu den Herausforderungen und Perspektiven der sozialepidemiologischen Forschung durchgeführt. Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, welchen Beitrag bestimmte Forschungsrichtungen zur Erklärung und zum Verständnis der nach wie vor stark ausgeprägten gesundheitlichen Ungleichheiten leisten können und inwieweit die vorhandenen Analyse- und Erkenntnispotenziale genutzt werden. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang unter anderem die Bedeutung der Lebensverlaufsforschung, der Epigenetik, der Migrationsforschung, der Versorgungsforschung sowie regionaler Analysen und internationaler Vergleiche. Die Ergebnisse der insgesamt acht Präsentationen und der anschließenden Diskussionen wurden dokumentiert und sollen die Grundlage für die Arbeit der AG Sozialepidemiologie in den kommenden Jahren bilden.

Programm, Präsentationen und Tagungsdokumentation
http://www.sozial-epidemiologie.de/html/workshops.html

von T. Lampert
6. Oktober 2016


Verleihung der Salomon-Neumann-Medaille
an die Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts

Die Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) verleiht seit 1986 die Salomon-Neumann-Medaille für besondere Dienste um die Sozial- und Präventivmedizin. Salomon Neumann (1819-1908) war Armenarzt in Berlin und neben Rudolf Virchow einer der herausragenden Vertreter der Sozialmedizin im 19. Jahrhundert. Der von ihm in verschiedenen Zusammenhängen geäußerte Satz „Die Medicin ist eine sociale Wissenschaft“ ist auf der Medaille eingeprägt.

In diesem Jahr wurde die Salomon-Neumann-Medaille der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts verliehen und im Rahmen der Jahrestagung der DGSMP am 14. September 2016 in Essen von Frau Dr. Bärbel-Maria Kurth entgegengenommen. In der Begründung zur Preisverleihung heißt es dazu: „Das Bild, das wir heute von der Gesundheit der Bevölkerung und von der essentiellen Bedeutung sozialer Einflussfaktoren haben, ist maßgeblich von dieser Entwicklung mitgeprägt und damit vom RKI, seinem Monitoring und – weil nichts ohne engagiert handelnde Menschen besser wird – von Bärbel-Maria Kurth und ihrem Team, das daher in diesem Jahr mit der Salomon-Neumann-Medaille geehrt wird.

Begründung zur Preisverleihung
http://www.dgsmp.de/jahrestagung/essen-2016/essen-2016-medaille

Biografische Angaben zu Salomon Neumann
http://www.dgsmp.de/salomon-neumann-medaille/salomon-neumann

von T. Lampert
18. September 2016


Lehrbuch "Soziologie von Gesundheit und Krankheit"
von Matthias Richter und Klaus Hurrelmann (Hrsg.)

Mit dem Lehrbuch „Soziologie von Gesundheit und Krankheit“, das Anfang des Jahres gemeinsam von Matthias Richter und Klaus Hurrelmann herausgegeben wurde, liegt nun eine systematische Übersicht über die theoretischen Konzepte und empirischen Grundlagen der Gesundheits- und Medizinsoziologie vor. Unter Einbindung einer großen Zahl an Expertinnen und Experten in diesem Feld werden unter anderem die sozialen Determinanten von Gesundheit und Krankheit, die Folgen des sozialen und demografischen Wandels, das individuelle Gesundheitsverhalten und die Bewältigung von Krankheit, die soziale Organisation der gesundheitlichen Versorgung sowie soziologische Aspekte der Prävention und Gesundheitsförderung thematisiert. Das Buch richtet sich in erster Linie an Studierende und Dozierende ist aber auch für Wissenschaftler, Praktiker und alle an gesundheits- und mediziologisch Fragestellungen Interessierte aufschlussreich.

Verlagsinformationen zum Lehrbuch
http://www.springer.com/de/book/9783658110093

von T. Lampert
20. Juli 2016


Schwerpunktheft des Bundesgesundheitsblatts
zum Thema "Soziale Ungleichheit und Gesundheit"

Februar 2016 veröffentlichte die Zeitschrift Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz ein Schwerpunktheft zum Thema "Soziale Ungleichheit und Gesundheit". Mit dem Heft ist das Anliegen verbunden, anhand ausgewählter Beiträge den aktuellen Stand der Forschung und Diskussion zum Zusammenhang zwischen der sozialen und gesundheitlichen Lage wiederzugeben. Neben einem Editorial und einem einführenden Beitrag, der sich mit den Perspektiven und Herausforderungen der sozialepidemiologischen Forschung befasst, werden in zwölf weiteren Beiträgen unter anderem folgende Themen adressiert: Soziale Ungleichheiten beim Auftreten chronischer Krankheiten, soziale Unterschiede im Gesundheitsverhalten, Arbeit und gesundheitliche Ungleichheit, Auswirkungen von Arbeitslosigkeit und Gesundheit, Migration und Gesundheit, soziale Unterschiede in der medizinischen Versorungung, in der Rehabilitation und in der Pflege sowie Gesundeitsförderung in den Lebenswelten.

Inhalt des Schwerpunktheftes
http://link.springer.com/journal/103/59/2/page/1

Editorial des Schwerpunktheftes
http://link.springer.com/article/10.1007/s00103-015-2306-3

von T. Lampert
30. Juni 2016





 

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